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Die Geschichte Köpenicks

Zeittafel

Dies ist eine verkürzte Darstellung der Köpenicker Geschichte auf Grundlage der detaillreicheren "Langfassung". Auch hier gilt, das sie weitere Informationen auf der Seite "Köpenick von A-Z" nachlesen können, insbesondere zu den Köpenicker Ortsteilen und diversen Bauwerken.


Ausgrabungen belegen die Anwesenheit von Menschen bereits während der Jungsteinzeit. Auch die germanischen Semnonen sollen sich in Köpenick für einige Jahrhunderte niedergelassen haben.


um 720
Zwei Slawenstämme siedeln sich im Berliner Raum an.
An der Havel die Heveller (Mittelpunkt "Brennabor", die spätere Stadt Brandenburg) und an der Spree die Sprewanen mit Köpenick als Zentrum. Ein weiterer von den Hevellern an der Havel errichteter Herrensitz ("Spandow" = Spandau) mit seiner danebenliegenden Siedlung ist die erste "städtische" Siedlung im Berliner Raum. Bis ins frühe 11. Jhdt. bleiben die um 825 befestigten Burgsiedlungen Spandau und Köpenick hier die größten Wohnplätze.

um 825
Eine Burganlage wird errichtet und um 925 erneuert.
am Ende des 10. Jahrhunderts
Die Burganlage wird zerstört und eingeebnet und es entsteht auf der Insel eine große befestigte Siedlung, die der slawische Fürst Jaxa de Copnic zu seinem Sitz macht.

1157
Jaxa de Copnic wird durch Albrecht den Bären vertrieben, nachdem die waffenmäßig schlecht ausgerüsteten Slawen in einer Entscheidungsschlacht an der Havel unterliegen.

zwischen 1150 und 1200
Die letzte slawische Befestigung wird zerstört. Brandschichten lassen auf eine gewaltsame Zerstörung schließen. Die Wettiner errichteten eine neue Burg auf der Insel.

10.02.1210 (nicht 10.12.1209)
Köpenick wird in einer einer Urkunde, die Konrad II. Markgraf von Meißen ausstellt, erstmals erwähnt.

um 1232
Köpenick erhält das Stadtrecht und eine Dotation von 44 Hufen Ackerland (ca. 1.400 Morgen) jenseits der Spree zugewiesen, diese bilden den Grundstock für die Entwicklung des Gemeinwesens zum Ackerbürgerstädtchen.
Allmählich entsteht eine zur Burg führende Straßensiedlung, die spätere Schloßstraße und heutige Straße Alt-Köpenick.

1245
Auf der Schloßinsel wird von den Askaniern einen Vogt eingesetzt, dessen erste Amtshandlung darin bestand, die slawischen Bewohner zum Verlassen der Insel zu zwingen, die mit deutschen Kolonisten besiedelt wurde. Er wies ihnen als neue Wohnstätte das rechte Dahmeufer, den heutigen Kietz zu.

1298
Die Wasserzollrechte werden für "220 Pfund brandenburgischer Pfennige", an die Stadt Berlin ab gegeben. Köpenick wird als ,,oppi-dum“ bezeichnet während 100 Jahre später die Bezeichnung ,,civi-tas“ auftaucht.

1323
Köpenick tritt dem Märkischen Städtebund bei.

2. Juli 1325
Köpenick erwirbt unter Kaiser Ludwig IV. die Bestätigung seiner de facto seit 1232 bestehenden Spandauer Stadtrechte.

1355
Der Kietz wird erstmals urkundlich erwähnt.

1373
Die Bevölkerung Köpenicks besteht aus 24 Hausbesitzern und Fischern.

1375
Im Landbuch Kaiser Karls IV. werden Rahnsdorf und Schmöckwitz erwähnt.

1405
Der Raubritter Dietrich von Quitzow bemächtigt sich sowohl der Burg als auch der Stadt Köpenick und ebnet einer erheblichen Ausweitung der städtischen Rechte den Weg, indem er 1409 dem Rat von Köpenick die Gerichtsbarkeit über seine Bürger verleiht.

1412
Kurfürst Friedrich I. erwirbt das vor den Toren Berlins gelegene Köpenick und die Burg.

1424
Der Kurfürst billigt den Köpenickern das Recht zu, einen Markt abzuhalten um dadurch der herrschenden Armut zu begegnen.

1451
Die Nachfolger des Kurfürsten verleihen den Fischern am rechten Dahmeufer die "Fischereigerechtigkeit".

1478
Ein Brand zerstört viele Häuser.

1571
Die Bauarbeiten des an der Stelle der Askanierburg errichteten Renaissance-Jagdschloßes werden vollendet.

1573
Es werden lediglich 90 Bürgerstellen gezählt. Die ersten Innungen entstehen.

1618
Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges. Die kriegführenden Parteien preßten die Bürger aus, steckten viele ihrer Häuser in Brand. König Gustav Adolf von Schweden nahm zeitweilig Quartier im Köpenicker Schloß. Zum Ende des Dreißigjährigen Krieges lebten in der Stadt Köpenick und im Kietz nur noch 27 der ursprünglich 91 Bewohner, ein Großteil der Häuser war verschwunden.

1669
Der Bau des Friedrich-Wilhelm-Kanals, dem heutigen Oder-Spree-Kanal wird abgeschlossen und Köpenick liegt nun an einer überregional bedeutsamen Wasserstraße. Im gleichen Jahr wird auch der Neubau der Langen Brücke abgeschlossen. Diese aus 70 Jochen bestehende Holzbrücke wird erst 1890 durch die heutige Konstruktion erstetzt.
Friedrich Wilhelm schenkt seinen Söhnen Karl Aemil und Friedrich Amt und Schloß Köpenick.

1677
Kurfürst Friedrich Wilhelm gibt den Auftrag, ein neues Schloß im Barokstil zu errichten. Die auf das Schloß führende Hauptstraße, heute die Straße Alt-Köpenick, wird begradigt und wesentlich verbreitert. Alle alten und baufälligen Häuser in der Grün- und Schloßstraße werden abgetragen. Mit direkter Ausrichtung auf den Mittelteil des Schlosses erfolgte der Bau der Allee nach Glienicke sowie die Anlage des über die Lange Brücke nach Berlin führenden Weges, der heutigen Oberspreestraße.

29. Oktober 1685
Edikt von Potsdam
Auf diese Weise kommen zahlreiche Seidenweber und Tuchmacher aber auch Bierbrauer, Advokaten und Mediziner, die zum wirtschaftlichen Aufschwung Köpenicks beitragen.

gegen 1700
Die Bevölkerungszahl hat dank der Unterstützung durch die Zuwanderer annähernd den Vorkriegsstand von ca. 100 Einwohnern erreicht. Der anhaltende Zustrom sorgte dann auch schon bald für die erste Stadterweiterung.

1705
Köpenick erhält von König Friedrich I. das Privilileg, drei Jahrmärkte veranstalten zu dürfen. Die Stadt entwickelte sich erfolgreich zu einem begehrten Handelsplatz und galt schon bald als gute Adresse bei den Händlern in der Region.

1711
Eine über Köpenick führende Postverbindung zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) wird eingerichtet.

1721
Die Schloß- und die Grünstraße erhalten ihre erste Pflasterung, die Dächer Ziegel und zur Sicherheit der Häuser und ihrer Bewohner werden Wassergassen zur Beschaffung von Löschwasser aus der Spree angelegt.

Mitte des 18. Jahrhunderts
Köpenick hat 653 Einwohnern. Friedrich der Große förderte die Einwanderung und Ansiedlung geeigneter Arbeitskräfte aus dem Ausland. Im Köpenicker Raum entstanden in diesem Zusammenhang Müggelheim (1747), Grünau (1749) und Friedrichshagen (1753).

1756-1763
Siebenjähriger Krieg. Im Oktober 1760 wird Köpenick von russischen Truppen besetzt und ausgeplündert.

1784
Die Stadt zählt 1.495 Einwohner, zu denen noch weitere 221 Einwohner die im Kietz leben hinzukommen.

Oktober 1806
Die französischen Truppen stehen vor den Toren der Stadt. Wieder kommen erhebliche Belastungen auf die Stadtkasse zu.

1813
Köpenick hat 1.771 Einwohner.

Beginn des 19. Jahrhunderts
Die in Deutschland einsetzende industrielle Revolution führte auch in Köpenick zu entscheidenden Veränderungen. Parallel zur fortschreitenden Industrialisierung erfolgte die verkehrsmäßige Erschließung, Eisenbahn- und Dampferverbindungen entstehen.

1835
Henriette Lustig ist die erste die dazu übergeht, die Wäsche der Kunden bei sich zu Hause zu waschen. Das ist die Geburtsstunde der Wäschereien.

1842
Der Bahnhof Köpenick der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn wird eröffnet, 1849 folgt der Bahnhof in Friedrichshagen.

1854
Köpenick hat 3300 Einwohner.

1855
In Köpenick gibt es bereits 200 kleine und mittlere Wäschereien, deren Zahl weiter anstieg.

1866
Grünau wird an die Görlitzer Bahn angeschlossen.

1870
Die ersten mit Petroleum betriebenen Straßenlaternen flammen auf. Die Hauptstraßen erhalten eigene Fußwege und die Wege nach Grünau und Friedrichshagen werden befestigt

1871
Arbeiter, Handwerker und Gewerbetreibende schließen sich zusammen und gründen einen Arbeiterbildungsverein, aus dem drei Jahre später der sozialdemokratische Wählerverein hervorgeht. Köpenick hat 4.538 Einwohner.

1873
Die Brüder Karl und Wilhelm Spindler errichten auf einem 200 Morgen großen Gelände, dem heutigen Spindlersfeld, die erste Großwäscherei, die "Anstalt zur chemischen Reinigung, Wäscherei und Färberei". Köpenick wird die "Waschküche" Berlins.

1874
Die Köllnische Vortstadt wächst heran.

1875
Köpenick hat 7.113 Einwohner.

1876
Der Köpenicker Bahnhof wird in einen Vorortbahnhof umgewandelt.

27. Juni 1880
Die erste Ruderregatta auf dem Langen See in Grünau findet statt.

1882
Eröffnung der "Pferdebahn" auf der Strecke Schloßplatz - Bahnhof Köpenick.

1884
Das Viertel östlich der Bahnhofstraße wird parzelliert, und schon 3 Jahre später leben hier fast 1.400 Einwohner.

1. April 1890
Der alte hölzerne Müggelturm wird offiziell als Aussichtspunkt zugelassen.

1900
Köpenick hat 20.925 Einwohner.

1903
Köpenick hat über 25.000 Einwohner.

1904
Das neue Köpenicker Rathaus wird fertiggestellt.

1905
Köpenick hat 27.721 Einwohner.

11. August 1905
Die elektrische Straßenbahn fährt erstmals auf der Hauptrecke zwischen Bahnhof Köpenick und Schloßplatz. Zwei Jahre später wird das Streckennetz Richtung Wendenschloß erweitert.

16. Oktober 1906
Köpenick kommt durch den arbeitslosen 57jährige Schuster Wilhelm Voigt in die Schlagzeilen, weit über die Landesgrenzen hinaus. (Hauptmann von Köpenick)

1908
Das Bad in Grünau entsteht.

1912
Das Freibad bei Rahnsdorf am Müggelsee wird eröffnet und bis 1913 entsteht das Krankenhaus am Rande der Kämmerheide.

1919
Köpenick hat 56.910 Einwohner.

1. Oktober 1920
Köpenick wird der 16. Verwaltungsbezirk von Berlin. Neben den Ortsteilen Köpenick, Friedrichshagen, Rahnsdorf mit Wilhelmshagen und Hessenwinkel, Müggelheim, Grünau, Schmöckwitz mit Karolinenhof und Rauchfangswerder, gehörte bis 1938 auch noch Bohnsdorf zu Köpenick, wurde dann aber an Treptow im Tausch gegen Oberschöneweide abgegeben.

1927
Der Spreetunnel wird gebaut und verbindet seitdem Friedrichshagen mit dem Westufer des Müggelsees.

1. Januar 1931
Cöpenick wird ab sofort mit "K" geschrieben.

1932
Köpenick hat schon fast 83.000 Einwohner und es entsteht die Siedlung Kietzer Feld.

21. Juni 1933
Beginn der "Köpenicker Blutwoche". Gegner der Nationalsozialisten werden verfolgt, gefoltert und ermordet.

1945
Die erste Gardepanzerarmee und die achten Gardearmee der sowjetischen Streitkräfte zieht am 23. April 1945 in Köpenick ein.
Durch den Krieg waren rund 3500 der 12.500 Häusern zerstört, andere nur zum Teil bewohnbar. In Köpenick leben 104.624 Menschen (fast 17.000 weniger als bei Ausbruch des Krieges).

1950
Der Pionierpark (heute FEZ) in der Wuhlheide wird eröffnet. Im selben Jahr wirde den Mördern der Blutwoche in Köpenick der Prozeß gemacht, 15 erhielten die Todesstrafe, hinter anderen schlossen sich lebenslänglich die Zuchthaustore.

1951
In Köpenick werden die ersten Häuser nach dem Kriege errichtet. Mehrere große Wohnkomplexe in der Friedrichshagener und in der Seelenbinderstraße sowie in Hirschgarten nehmen Gestalt an.

1957
Weitere Neubauten auf dem Kietzer Feld, in Oberschöneweide, in der Straße An der Wuhlheide, in Köpenick Nord an der Gehsener Straße, in Spindlersfeld sowie in der Köllnischen Vorstadt entstanden.

1972
Köpenick hat 130.706 Einwohnern.

1998
Die Bezirke Köpenick und Treptow werden zum 01.01.2001 im Rahmen der Berliner Bezirksreform zum Großbezirk Treptow-Köpenick zusammengelegt.

7.10.2002
Die neue Spreebrücke zwischen der Straße "An der Wuhlheide" und der "Oberspreestraße" in Spindlersfeld wird eröffnet.

heute
Köpenick hat etwa 116.000 Einwohner.